„Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind´s, die von mir zeugen.“ Mit diesem Bibelwort aus Johannes 5,39 leitete Apostel Jens Korbien den Gottesdienst am Sonntag, 22. Oktober 2023, ein. Nach dem Chorvortrag („Schaff in mir, Gott, ein reines Herz“) bestärkte der Apostel den Grundgedanken des Liedes: „Ein schöner Psalm, ein Gebet, in das wir alle mit eingestimmt haben. Wenn sich die Worte aus dem Psalm bewahrheiten und wir am Ende eines Gottesdienstes sagen können: ‚Ich habe in mancher Traurigkeit wieder Trost gefunden‘, dann gehen wir mit einem freudigen Geist weiter durchs Leben.“
Er verglich die Heilige Schrift mit einer guten Freundin, einer Begleiterin fürs ganze Leben. „Jeder von uns hat eine liebe Freundin zu Hause. Sie hört zu, berät, tröstet und ermahnt auch manchmal, wenn sie gefragt wird.“ Lassen wir es nicht zu, dass die Bibel in einer Ecke verstaubt. Lassen wir sie ein Teil unseres täglichen Gebrauchs sein, eine Freundin, die uns mit ihrem Inhalt verpflegt.
Die Bibel ist nicht irgendein Buch, im Grunde eine Bibliothek mit vielen Büchern. Sie wurde nicht von Gott diktiert, sonst wären wir Biblizisten. Alle Verfasser haben ihre Art, ihr Wesen, ihre Erfahrungen einfließen lassen, aber immer vom Heiligen Geist inspiriert. „Das macht es so wertvoll und wichtig, dass wir – die wir mit diesem Geist versiegelt sind – auf uns wirken lassen, was Gottes Geist durch die Heilige Schrift zu sagen hat.“
Wenn man das Alte Testament betrachtet und wertet, deutet bereits alles auf Christus hin. Es ist ein Zeugnis der Treue. Gott stand dem erwählten Volk Israel bei und bewahrte es. Manchmal ging es brutal zu, aber er hat sein Volk nie aufgegeben und ist immer bei ihnen gewesen. Die Botschaft des Neuen Testaments ist das Heil. Christus steht im Mittelpunkt. Gott möchte allen Menschen helfen, nicht nur einzelnen Personen oder Völkern, sondern allen, die Gnade suchen.
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes gab Bischof Thomas Matthes eine Predigtzugabe. Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wurden zwei Glaubensschwestern vor den Altar gerufen und in das Diakoninnenamt ordiniert. Caroline Golatowski und Miriam Witte sind somit die ersten Frauen in unserer Gemeinde und im Kirchenbezirk Torgau, welche das Amt einer Diakonin tragen. Weiterhin wurde der Ämterkreis der Gemeinde durch die Bestätigungen von Matthias Großmann als Priester und Markus Irsigler als Diakon verstärkt.
Ein weiterer Höhepunkt war die Spendung des Segens zur Goldenen Hochzeit von Helga und Sigmar (Bezirksevangelist i.R.) Steinacker. Vor der Ansprache trugen zwei ihrer Enkelkinder ein Musikstück mit Querflöte und Klavier vor. Apostel Korbien widmete dem Jubelpaar ein Wort aus Johannes 1,16: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ Ein freudiger Geist sei ein Kennzeichen des goldenen Paares. „Alles, was ihr geben konntet, habt ihr als Gottes Gnade gesehen und weitergegeben.“ Er wünschte ihnen, dass sie die Fülle spüren mögen. Er sei überzeugt, dass sie den Gottesdienst zum Anlass nehmen werden, sich auch weiterhin über die „gute Freundin“ zu freuen und jeden Tag Kraft, Freude und Trost daraus zu ziehen.
Zum Abschluss der Segenshandlung spielte ein Bläserquartett. Der Apostel beendete den Festgottesdienst mit Gebet und Segen. Die Anwesenden konnten den neu ordinierten Diakoninnen und dem goldenen Paar dann noch Glückwünsche aussprechen.
Neuapostolische Kirche