Apostel Korbien machte deutlich, dass in einem Gottesdienst nicht die Anzahl der Teilnehmenden entscheidend sei, sondern die Treue und Sehnsucht der Gläubigen und die Gegenwart des Herrn. Auch wenn nur wenige zusammenkommen, ist Christus mitten unter ihnen und die Gemeinschaft wird besonders spürbar. Während große Gottesdienste oft beeindruckend sind, ermöglichen kleinere Zusammenkünfte eine persönlichere Nähe, etwa im gemeinsamen Gebet für konkrete Anliegen der Geschwister.
Der christliche Glaube ist keine „Fernbeziehung“, sondern lebt von persönlicher Gemeinschaft und dem bewussten Zusammenkommen der Gläubigen. Diese Bedeutung wurde anhand des Bildes einer Familie verdeutlicht: So wie sich eine Familie zum gemeinsamen Essen versammelt, um Erlebnisse auszutauschen und füreinander da zu sein, lädt auch der Herr seine Gemeinde ein, sich zu versammeln und Gemeinschaft zu erleben. Gemeindeleben bedeutet nicht, einzelne geistliche Impulse für sich mitzunehmen, sondern gemeinsam zu erleben, sich auszutauschen und einander zu stärken. Anhand dieses Familienbildes wurde außerdem deutlich gemacht, dass es als fehlende Wertschätzung empfunden werden kann, wenn eine Einladung zum gemeinsamen Essen ausgeschlagen wird, obwohl viel Mühe in die Vorbereitung geflossen ist. Übertragen auf den Gottesdienst wurde darauf hingewiesen, dass die Teilnahme nicht nur Ausdruck der Sehnsucht nach der Gegenwart des Herrn ist, sondern zugleich ein Zeichen der Anerkennung denen gegenüber, die den Gottesdienst vorbereiten und ihren Dienst ausüben.
Im gemeinsamen Zusammenkommen wird deutlich, dass alle gleichermaßen auf die Nähe Gottes, auf Vergebung und auf seine Gnade angewiesen sind. Wir haben ein gemeinsames Ziel und einen Auftrag, der nur miteinander erfüllt werden kann. Dabei stärken wir uns einander, tragen gemeinsam Lasten und begleiten einander durch Zeiten der Prüfung.
Priester Mirko Kramer sprach in seiner Predigtzugabe über die Gemeinschaft im kleinen Kreis, wie sie beispielsweise in der Krankenseelsorge erlebt wird. Gerade in stillen und persönlichen Momenten zeigt sich, dass Christus auch dort gegenwärtig ist, wo nur wenige in seinem Namen versammelt sind. Anhand eines Beispiels aus dem beruflichen Alltag verdeutlichte er zudem die Bedeutung der Worte „versammelt sein im Namen Jesu“. Das Handeln im Namen eines anderen ist stets mit Verantwortung verbunden. Diese Verantwortung gilt auch für das geistliche Leben. Wenn sich die Gemeinde im Namen Jesu versammelt, ist Christus selbst mitten unter ihr. Das ist eine große Gnade und ein Erlebnis, für das wir dankbar sein dürfen.
In Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl ergänzte der Apostel, wie das Schreddern alter Papiere entlastend wirken kann. In ähnlicher Weise kann es befreiend sein, alte Sorgen, Ärgernisse und ungelöste Probleme innerlich loszulassen. Sie der Gnade Gottes anzuvertrauen hilft, den Blick nach vorn zu richten. Dabei dürfen wir darauf vertrauen, dass Gottes Geschenk größer ist als alles, was uns belastet.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch Instrumentalmusik sowie durch den Gesang des gemischten Chors beider Gemeinden gestaltet.
Neuapostolische Kirche