Zunächst traf sich die Gruppe am Elbeparkplatz. Der Blick auf den Fluss mit einer Wassertiefe von nur 0,33 m und das Hervortreten der „Hungersteine“ machten auch hier die gravierenden Auswirkungen der anhaltenden Dürre sichtbar. Wahrlich kein erfreulicher Anblick!
Doch das Besuchsprogramm sah Schöneres vor: ein Zusammentreffen mit den gleichaltrigen und gleichgesinnten Torgauer Senioren auf dem Marktplatz. Die gemeinsame Stadtführung mit einem professionellen Gästeführer ermöglichte schnell ein Eintauchen in jene Zeit, als die Stadt im 16. Jahrhundert Hauptresidenz des kurfürstlichen Sachsens und ein Zentrum der lutherischen Reformation war. Durch enge Gassen ging der Spaziergang über die Schlossstraße zur Katharinenstraße mit der Katharina-Luther-Stube. Dort fand die 24-jährige Katharina von Bora nach ihrer Flucht aus dem Kloster Zuflucht und verstarb am 20. Dezember 1552 in Torgau.
Nur kurz war der Weg zum Schloss Hartenfels mit der freistehenden Wendeltreppe. Eine der eindrucksvollsten spätgotischen Treppenskulpturen Europas und zu Recht eine historische Sehenswürdigkeit. Nicht minder beeindruckend war das Innere der Schlosskirche, eines der bedeutendsten Bauwerke der Reformationszeit. Sie ist die erste und einzige Kirche, die Martin Luther am 5. Oktober 1544 persönlich eingeweiht hat.
Nach einer zweistündigen Stadtbesichtigung steuerten wir unser Kirchengrundstück an, wo bereits weitere Torgauer Senioren darauf warteten, die Gäste willkommen zu heißen, mit ihnen Kaffee zu trinken und ausgiebig Gemeinschaft zu pflegen. Ein kurzer Abriss aus der Gemeindechronik, ergänzt durch Informationsmaterial von der 125-Jahr-Feier sowie einige Filmsequenzen aus dem vielfältigen Aktivitätenfundus der Torgauer Senioren, bereicherte und erfreute alle Anwesenden. Mit Orgelbegleitung sangen wir gemeinsam „Der Herr ist mein Licht“ und für einen Geburtstagsjubilar das Wunschlied „Einen goldenen Wanderstab“.
Vorsteher Evangelist A. Hager trat zum Abschluss in die Runde und sprach ein Dankgebet. Die Dankesworte von Vorsteher Hirte i. R. Chr. Müller aus dem Kreis der Wurzener Senioren rundeten das herzliche Beisammensein ab. Für Gastgeber und Gäste war es ein unvergesslicher Tag in der Stadt der Begegnung.
Neuapostolische Kirche